Bewerbung – BR

Seit meinem Studium frage ich mich: Wie erreiche ich die Menschen? Und mit welchen Mitteln? Als ich die Zeitenspiegel-Reportageschule besuchte, habe ich einige Antworten gefunden. Zum Beispiel: Je näher die Wissenschaft am Alltag der Menschen, desto interessanter für sie. Und ich finde, dass der Bayerische Rundfunk es schafft, Wissen sehr nah an unserer Lebensrealität zu vermitteln. Das und die multimediale Erzählweise begeistern mich, und deshalb bewerbe ich mich bei der Redaktion „Wissen und Bildung aktuell“ als Redakteurin.

Am SAE Institute studierte ich Film- und Animation, konzentrierte mich damals aber schon auf die Reportage und den Dokumentarfilm und entschied mich deshalb für den Journalismus. Man sagte mir: Studiere das, was dir gefällt, aber nicht Journalismus, denn Schreiben lernt man nicht an der Uni, Schreiben lernt man durch die Praxis.

Ich entschied mich für Philosophie und Soziologie und lernte, wie man Statistiken richtig interpretiert, wissenschaftliche Inhalte recherchiert und dass vor allem qualitative Studien mit Vorsicht zitiert werden müssen. Zudem tobte ich mich als Redakteurin bei der Campuszeitung und in Praktika bei der SZ, der taz und der ADZ in Rumänien aus. Ich schrieb über Soziologie und Philosophie, über Reisen und Städte, über Graffiti und übers Klettern. Und ich merkte, was ich nicht will: Ich will keine Service-Texte über Produkte schreiben, ich will gut recherchierte Artikel über aktuelle, relevante Themen verfassen.

Also besuchte ich nach dem Studium die Zeitenspiegel-Reportageschule. Ich wollte mehr über den Aufbau von Geschichten lernen. Seitdem verfasse ich vor allem Porträts und Reportagen über Gesellschaft, Umwelt und Wissenschaft.

Ich erzählte die Geschichte eines Mannes, dessen Frau aufgrund einer Hirnblutung nicht mehr sprechen, nicht mehr laufen, sich nicht mehr selbst waschen kann. Manchmal wünscht sich ihr Mann, er wäre damals, als es passierte, nachts nicht aufgewacht. Ich schrieb über Gregor Hagedorn, den Scientists-for-Future-Initiator, und wie die Welt unter dem Meer klingt und warum menschengemachter Lärm Walen und Fischen schadet. Seit vier Jahren arbeite ich als Journalistin und schreibe längere Geschichten für die taz, chrismon, natur und Naturschutz heute und kleinere Geschichten für die Fellbacher Zeitung und das Schwäbische Tagblatt.

In dieser Zeit habe ich auch eineinhalb Jahre lang für das Deutsche Rote Kreuz als Online-Redakteurin gearbeitet, den Webauftritt sowie den Facebook- und Twitter-Account gestaltet und gelernt, Geschichten auch über Social Media zu erzählen, dass gute Ideen immer auf Zielgruppen abgestimmt werden müssen und wie man mit wenig Ressourcen trotzdem guten Content produziert.

Ich liebe es, mit neuen Formaten zu experimentieren und im Team an Ideen zu feilen. Was mir dabei wichtig ist: Wissen vermitteln, Geschichten erzählen, einen Mehrwert schaffen, – am liebsten multimedial, um auch Menschen zu erreichen, die sich sonst nicht mit Wissenschaft beschäftigen. Ich will, dass meine Leser Spaß daran haben, die Welt zu entdecken.

Aktuell setze ich für das Institut proBiene die Webseite neu auf und entwickele den Fünfjahresbericht. Zudem bin gerade für das SZ-Magazin, die Stuttgarter Zeitung und natur auf Recherche. Danach suche ich eine neue Herausforderung.

Über ein Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr.