Lebenslauf – Hermes Baby

Aufgewachsen bin ich zwischen Kühen und Bergen im Allgäu. Damals war die Welt für mich so groß wie das Verbreitungsgebiet der Allgäuer Zeitung, erst als ich am SAE Institute Film- und Animation studierte, stellte ich fest: Da gab es noch mehr.

Das SAE Institut besuchte ich, weil ich mich für den Dokumentarfilm interessierte, für die Geschichten der Menschen, die wirklich passiert waren. Ich beschloss es mit dem Journalismus zu versuchen, aber man sagte mir: Studiere das, was dir gefällt, denn Schreiben lernt man nicht an der Uni, Schreiben lernt man durch die Praxis.

Ich entschied mich für Philosophie und Soziologie und lernte, wie man Statistiken richtig interpretiert und wissenschaftliche Inhalte recherchiert. Zudem tobte ich mich als Redakteurin bei der Campuszeitung und in Praktika bei der SZ, der taz und der ADZ in Rumänien aus. Ich schrieb über Soziologie und Philosophie, über Reisen und Städte, über Graffiti und übers Klettern. Und ich merkte, was ich nicht will: Ich will keine Service-Texte über Produkte schreiben, ich will gut recherchierte Artikel über aktuelle, relevante Themen verfassen.

Also besuchte ich nach dem Studium die Zeitenspiegel-Reportageschule. Ich wollte mehr über den Aufbau von Geschichten lernen. Seitdem verfasse ich vor allem Porträts und Reportagen über Gesellschaft, Umwelt und Wissenschaft.

Ich erzählte die Geschichte eines Mannes, dessen Frau aufgrund einer Hirnblutung nicht mehr sprechen, nicht mehr laufen, sich nicht mehr selbst waschen kann. Manchmal wünscht sich ihr Mann, er wäre damals, als es passierte, nachts nicht aufgewacht. Ich schrieb über Gregor Hagedorn, den Scientists-for-Future-Initiator, und wie die Welt unter dem Meer klingt und warum menschengemachter Lärm Walen und Fischen schadet. Seit vier Jahren arbeite ich als Journalistin und schreibe längere Geschichten für Quarks, die taz, das SZ-Magazin, chrismon und natur und kleinere Geschichten für die Fellbacher Zeitung und das Schwäbische Tagblatt.

In dieser Zeit habe ich auch eineinhalb Jahre lang für das Deutsche Rote Kreuz als Online-Redakteurin gearbeitet, den Webauftritt sowie den Facebook- und Twitter-Account gestaltet und gelernt, Geschichten auch über Social Media zu erzählen, dass gute Ideen immer auf Zielgruppen abgestimmt werden müssen und wie man mit wenig Ressourcen trotzdem guten Content produziert.

Aktuell hole ich meinen Master in Wissenschaftskommunikation nach, schreibe für Quarks und habe vor Kurzem meinen ersten Artikel für das SZ-Magazin abgegeben, der voraussichtlich Ende Januar erscheint. Jetzt möchte ich dort anknüpfen, mich vernetzen, gemeinsam an Text feilen.