Bewerbung Redakteurin in der Redaktion Grundbildung, Geschichte und Gesellschaft

Liebe Personalabteilung,

manchmal passt alles perfekt. Sie suchen jemanden, der Geschichten multimedial erzählen kann und weiß, wie man wissenschaftliche Studien liest. Ich habe Erfahrung im Schneiden von Videos, Schreiben von Reportagen und in Social Media und suche eine Stelle, bei der ich alles vereinen und mein Faible für die Wissenschaft ausleben kann.

Seit meinem Studium frage ich mich: Wie erreiche ich die Menschen? Und mit welchen Mitteln? Als ich die Zeitenspiegel-Reportageschule besuchte, habe ich einige Antworten gefunden. Zum Beispiel: Je näher die Wissenschaft am Alltag der Menschen, desto interessanter für sie. Oder: erzähle Geschichten, – denn sie fesseln die Menschen. Und ich finde, radioWissen und IQ Wissenschaft und Forschung-Feature sind zwei Formate, die Wissenschaft sehr anschaulich darstellen und oft nah an der Lebensrealität der Menschen ist. Das begeistert mich, und deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen in der Redaktion Grundbildung, Geschichte und Gesellschaft als Redakteurin.

Am SAE Institut studierte ich Film- und Animation, konzentrierte mich damals aber schon auf die Reportage und den Dokumentarfilm und entschied mich deshalb für den Journalismus. Man sagte mir: Studiere das, was dir gefällt, aber nicht Journalismus, denn Schreiben lernt man nicht an der Uni, Schreiben lernt man durch die Praxis.

Ich entschied mich für Philosophie und Soziologie und lernte, wie man Statistiken richtig interpretiert, wissenschaftliche Inhalte recherchiert und dass vor allem qualitative Studien mit Vorsicht zitiert werden müssen. Zudem tobte ich mich als Redakteurin bei der Campuszeitung und in Praktika bei der SZ, der taz und der ADZ in Rumänien aus. Ich schrieb über Soziologie und Philosophie, über Reisen und Städte, über Graffiti und übers Klettern. Und ich merkte, was ich nicht will: Ich will keine Werbetexte schreiben, ich will gut recherchierte Artikel über aktuelle, relevante Themen verfassen.

Also besuchte ich nach dem Studium die Zeitenspiegel-Reportageschule. Ich wollte mehr über den Aufbau von Geschichten lernen. Seitdem verfasse ich vor allem Porträts und Reportagen über Gesellschaft, Umwelt und Wissenschaft.

Ich erzählte die Geschichte eines Mannes, dessen Frau aufgrund einer Hirnblutung nicht mehr sprechen, nicht mehr laufen, sich nicht mehr selbst waschen kann. Manchmal wünscht sich ihr Mann, er wäre damals, als es passierte, nachts nicht aufgewacht. Ich schrieb über Gregor Hagedorn, den Scientists-for-Future-Initiator, und wie die Welt unter dem Meer klingt und warum menschengemachter Lärm Walen und Fischen schadet. Ich recherchierte zu paranoider Schizophrenie und schrieb über zwei Brüder, von denen der eine den anderen zwangseinweisen musste. Für diesen Text gewann ich den Sozialcourage-Preis der Caritas München. Seit drei Jahren arbeite ich als Journalistin und schreibe Geschichten für die taz, das SZ-Magazin, Quarks, chrismon und natur.

In dieser Zeit habe ich auch eineinhalb Jahre lang für das Deutsche Rote Kreuz als Online-Redakteurin gearbeitet, den Webauftritt sowie den Facebook- und Twitter-Account gestaltet und gelernt, Geschichten auch über Social Media zu erzählen, dass gute Ideen immer auf Zielgruppen abgestimmt werden müssen und wie man mit wenig Ressourcen trotzdem guten Content produziert.

Inzwischen arbeite ich nicht nur als freiberufliche Journalistin, sondern auch immer wieder für Wissenschaftseinrichtungen. Ich filme und schneide für das Fraunhofer IOSB Videos und schreibe Texte für die Universität Tübingen. Wichtig ist es mir dabei, Themen nicht zu vermischen, um die journalistische Unabhängigkeit zu gewährleisten. Seit einem Jahr hole ich zudem nebenbei meinen Master in Wissenschaftskommunikation nach mit dem Schwerpunkt Humanbiologie. Mein Ziel ist es, mein naturwissenschaftliches Wissen zu vertiefen und unsere Rolle als Wissenschaftsjournalist*innen zu reflektieren.

Mein Wissen und meine Ideen werde ich gerne bei Ihnen als Redakteurin einbringen. Mein Ziel ist es, wieder weniger PR zu machen. Deshalb übernehme ich auch immer gerne Themen als Autorin, wenn das möglich und gewünscht ist. Ich liebe es, mit neuen Formaten zu experimentieren und im Team an Ideen zu feilen. Was mir dabei wichtig ist: Wissen vermitteln, Geschichten erzählen, einen Mehrwert schaffen. Ich will, dass meine Leser Spaß daran haben, die Welt zu entdecken.

Über ein Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr.